Skulpturen & Figuren

Asmat traditionelle Figur

Traditionelle Ahnenfiguren

Traditionelle Ahnenfiguren (kawe) sind nur aus Zentral- und Nordwestasmat bekannt. Sie wurden früher offenbar im Rahmen des großen Kultfestes beim Bau eines neuen Männerhauses angefertigt. Die Figuren repräsentierten bestimmte Verstorbene, die während des Festes im Schnitzwerk wieder leibhaftig anwesend waren. Dargestellt wurden Einzelpersonen oder Doppelfiguren, etwa als Mutter und Kind, als Ahnmutter und darüber stehendem Ahnvater oder als kopulierendes Paar. Man schnitzte die Figuren stets aus Weichholz, damit sie nach Ablauf des Festes möglichst schnell im Urwald verrotten konnten und die Lebenden nicht weiter ihren übernatürlichen Kräften ausgesetzt waren.
Alte traditionelle Ahnenskulpturen sind im Gegensatz zu den modernen Figuren ganz ohne Standfläche gearbeitet oder erheben sich wie die großen Ahnenpfähle auf einem zapfenförmigen Sockel. Sie enthalten oft Hinweise auf die rituelle Kopfjagd, sei es in Form von Kopftrophäen in den Händen der Figuren, sei es als Nashornvogelkopf oder durch andere Kopfjagdsymbole.

 

Asmat Skulptur

Ahnenskulpturen

Sie repräsentieren Ahnen und sind häufig aus Hartholz hergestellt. Manchmal lassen sie durch den Ausbau traditioneller Formen eine künstlerische Weiterentwicklung erkennen. Einige haben Markierungen, die Skarifikationen darstellen oder Körperteile, Skelettstrukturen und Gelenke betonen. Die Skulpturen aus Weichholz sind immer weiß bemalt und die Markierungen rot oder schwarz gefärbt, während die Hartholzskulpturen niemals bemalt, sondern durch den Alterungsprozess nachgedunkelt sind.

Asmat Figur

Asmat Ajourenarbeit

Ajourarbeiten

Sie stellen einzigartige Innovationen in Form flacher Durchbruchschnitzereien aus Eisenholz dar. Das Wort ajour ist eine französische Bezeichnung für Durchbrucharbeiten. Die Motive auf diesen Skulpturen sind komplex und sehr zart gearbeitet. Unter dem Einfluß von H. von Peij wurden die Becembub in den späten fünfziger Jahren zu den Erfindern dieser Kunstform. Obwohl einige Künstler der Becembub heute noch Ajourskulpturen herstellen, sind diese gröber gearbeitet und erreichen nicht die exquisite Zartheit der Objekte, die zwischen den fünfziger und achtziger Jahren entstanden. Später entwickelten die Becembub Durchbruchschnitzereien mit realistischen oder mythologischen Szenen und die attraktiven Storyboards.

Asmat Paneel

Paneele

Dies sind Hartholzbretter mit reliefgeschnitzten, traditionellen Darstellungen und Motiven. Die auf den Brettern zur Verfügung stehende Oberfläche war größer als die traditionellerweise beschnitzten Flächen. So konnten die Künstler leicht Motive übertragen und sie auf komplizierte Weise ausschmücken. Paneele waren und sind bis heute bei Besuchern und Kunstfreunden sehr begehrt. Dieses anhaltende Interesse ist auf die beständigen kreativen Innovationen der Künstler zurückzuführen. Die Paneele haben sich als eine der erfolgreichsten Entwicklungen in der zeitgenössischen Kunst der Asmat erwiesen. Sie sind für viele Menschen ein bevorzugtes Kaufobjekt.

Die Unir Sirau wurden unter dem Einfluß von W. van Dongen zu den Urhebern der Paneele. Anfangs beizten sie die Hartholzbretter nicht. Während der späten sechziger Jahre wurden einige Paneele mit den traditionellen Farben rot, weiß und schwarz bemalt, doch erst Mitte der achtziger Jahre begannen die Unir Sirau, das Verfahren der Schlammbeize einzusetzen, das die Oberflächen der Paneele tiefbraun oder schwarz färbte. Kontrast entstand, indem sie dunkle Bereiche herausmeißelten, so dass die natürliche helle Farbe des Holzes zum Vorschein kam und überraschende, attraktive Bilder entstanden.