Kunst der Asmat

 

Asmat Kunst

Künstler asmat-ow heißt "Wir, die wahrhaftigen Menschen". as asmat bedeutet "Wir, die Baummenschen". In der Anschauung der Asmat ist ein Baum mit einem Menschen identisch. Bäume beherbergen die Seelen der Toten. Aus den Bäumen, so berichten Mythen, können mythische Vorfahren hervorkommen. Ahnenfiguren sind aus Holz geschnitzt. Um der Kunst der Asmat gerecht zu werden, sind zwölf unterschiedlichen Kulturgruppen zu berücksichtigen. Sie sind weniger durch die Sprache als durch charakteristische Feste zu differenzieren, bei denen bestimmte Kultobjekte eine zentrale Funktion von nur temporärer Bedeutung besitzen, wie beispielsweise der omu-Geistpfahl, das wuramon-Seelenboot, die Masken, die bis-Ahnenpfähle, die basosuankus-Hölzer oder die bünüt-Krokodildarstellungen.

Die Kunst ermöglicht eine Verbindung von Geist und Körper. Der Künstler, der "cescuipit" (kluger Mann), vermag die irdischen und überirdischen Mächte zu vereinen. Diese Verbindung kann durch ein Schnitzwerk, mit einem Lied, in einer mythischen Erzählung oder durch Trommelklang erreicht werden. Im traditionellen Leben der Asmat sind Kopfjagd, Ahnenvorstellung, Feste und Kunst untrennbare Elemente. Unter den cescuipit, den Künstlern, genießen die Holzschnitzkünstler, die wow ipit, hohes Ansehen. Die cescuipit leiten männliche Familienmitglieder oder - während einer Festvorbereitung - Helfer zur Detailausarbeitung eines Schnitzwerkes an. Der Weg von einem einfachen Schnitzer zum wirklichen cescuipit setzt angeborenes Talent, Kreativität, kulturelles Wissen und persönliches Charisma voraus. Wie überall auf der Welt, haben sich auch die Asmat-Künstler mit der Gegenwart auseinander zusetzen. In der Kunst der Asmat sind zwei Kunstkategorien, zu unterscheiden:
a. Traditionelle, für einen Festritus erstellte Objekte, die den überlieferten Vorstellungen entsprechen und der Zeremonie dienen. Mit Beendigung des Festritus verlieren sie ihre Funktion und Bedeutung.
b. Kontemporäre Kunst, die, losgelöst vom Funktionalen aus der kreativ verarbeiteten Konfrontation der kulturgeprägten Philosophie und der Gegenwartserfahrung eines Künstlers frei entsteht, ohne dass Vorschriften beachtet werden müssen.